„Alles wird gut. Immer wieder.“
„PolitikerInnen sind Ingenieure: Sie bauen Landebahnen für die Zukunft.“
„Was ich will: PolitikerInnen als Hebammen des Neuen.“
„PolitikerInnen sind Gärtner des Lebens. Sie kultivieren soziale Felder.“

Erneuerung ja, aber wie!?

14.05.2017 | Matthias Strolz |

Heute ist ein bedeutsamer Tag für unser Land. Am Abend werden von einem politischen Mitbewerber voraussichtlich Weichen gestellt, die ein Ende der bisherigen Logik der Zweiten Republik markieren. Das Ende der Volkspartei als staatstragende Partei wird damit schneller kommen, als ich es erwartet habe. Als Bürger – und selbst als Mitbewerber – habe ich auf eine nachhaltige Rundum-Erneuerung der Volkspartei gehofft. Die Sozialdemokratie braucht diese übrigens ebenso. Denn die Demokratie braucht vitale Parteien und Parlamentskräfte. Warum also kritisiere ich das, was sich hier anbahnt? Auch wenn es wohl einige Zeit dauern wird, bis es offensichtlich wird: Ich halte die (voraussichtlichen) Entscheidungen der VP-Spitzen für falsch – für unser Land, für die Volkspartei und auch für Kurz persönlich.

9 ½ Einträge ins #Geschichtsbuch aus 9 Perspektiven, warum der autoritäre Kurz-Ansatz mittelfristig nicht funktionieren wird und schlecht für unser Land ist.

1) Als Bürger: Weil wir in Österreich keinen Westentaschen-Orban brauchen.

2) Als Analytiker: Weil er es als Verschnitt von Haider 1986, Grasser 2006 & Stronach 2013 anlegt. Früher oder später sind alle drei gescheitert.

3) Als Beobachter: Weil die Intrigen und Hinterhältigkeit beim Wegmobben von Reinhold Mitterlehner auf Kurz zurückfallen werden.

4) Als Demokrat: Weil Parteien in Demokratien ein Mindestmaß an innerparteilicher Demokratie brauchen, um anschlussfähig für die Demokratie zu sein.

5) Als multipler Gründer: Weil positive Gemeinsamkeit in partizipativen Organisationen durch konstruktives Miteinander und nicht durch Erpressung entsteht.

6) Als Vater: Weil Kinder, die ihre Mutter erpressen, in destruktiven Verstrickungen gefangen sind. Sie sind das Gegenteil von abgenabelt und frei.

7) Als Systemiker: Weil sich die Wucht der Geringschätzung und Aggression gegen die eigene Organisation eines Tages im selben Ausmaß gegen den Aggressor entladen wird.

8) Als Organisationsentwickler: Weil die ÖVP nach dem Kurz-Hype gleichsam tot sein wird. Schade für Österreich, weil sie auch viele historische Verdienste hat.

9) Als Mitbewerber: Weil Österreich eine erneuerte ÖVP bräuchte, keine abgeschaffte. Eine echte Erneuerung hätte Potenzial – für Koalitionen, Land und Menschen.

9 ½: Wer im Leben von einem Extrem ins andere Extrem kippt, dem fehlt meist die Erdung. Die Umstellung von “dezentral-bündisch” auf “autoritär-zentralistisch” ist eine Operation am offenen Herzen der Volkspartei, vollzogen mit Hammer und Küchenmesser. Ich wünsche der ÖVP und Kurz trotzdem alles Gute. Für Österreich hoffe ich, ich möge mich irren. Weil sonst der Schaden für das Land groß sein wird.

Jedenfalls gilt: Mit heute ist Sebastian Kurz Politiker geworden. Das ändert für ihn das Spiel gewaltig. Ich habe Respekt für seine Entschlossenheit, auch wenn ich seine Methoden für nicht okay und seine Haltung sowie seinen gewählten Ansatz für falsch erachte. Wenn er ernsthaft und ehrlich eine neue politische Bewegung gründen wollte, muss er aus der Partei heraustreten. So wird er – auch wenn anfänglich der Hype groß sein wird – eine Säule der Zweiten Republik ziemlich demolieren, ohne dass nach seinem Abgang etwas Tragfähiges vorhanden sein wird.

Kurz wird hier persönlich sicherlich eine andere Sicht der Dinge haben. Als Mitbewerber freue ich mich auf eine kritische Auseinandersetzung in der Wahlarena. Hoffentlich in einem fairen Ringen um die besten Ideen und Lösungen für unser Land.

Von gütigen Fürsten ...

11.01.2017 | Matthias Strolz | Tags:

Dereinst gab es im Süden des Landes einen Fürsten, der für seine eigene Erhöhung das Volk nach allen Regeln der Verdunkelungskunst aussackelte. Um das Volk zu beschäftigen und damit es ihm weiter die Füße küsse, verteilte er einiges an Geld in 100er-Scheinen. Viele Menschen jubelten. Zu viele. Zu lange. Am Ende mussten sie erkennen, dass sie – und zwar die Bürgerinnen und Bürger des ganzen Reiches, weit über das Fürstentum hinaus – für diesen Betrug bezahlen mussten. Heftig bezahlen mussten. Und lange. Die Bürger sagten: „Mit uns nie mehr!“

Doch ganz so ernst war es nicht gemeint. Denn die Geschichte wiederholte sich. Laufend. In vielerlei Ausführungen. Eine neuzeitlich elegante Variante lautete so: Ein anderer, ebenso „großer“ Fürst gründete mit „geschenktem“ Geld eine Privatstiftung für Wohltaten für das Volk. Wofür er Geldgeschenke bekam, war nicht begreiflich. Aber das ist auch egal. Der Fürst fand es gut und ließ sich dann jährlich von den Untertanen Geld drauflegen. Natürlich sollten diese nicht bemerken, dass sie dafür zahlten. Deswegen wurde das alles im Dunkeln veranstaltet. So wie es überhaupt eine Frechheit war, dass diese Bürgerinnen und Bürger neuerlich Transparenz darüber einforderten, wohin ihr Steuerobolus fließe. In einem Hohen Haus am Ring in der großen Stadt wurde sogar so eine „Transparenzdatenbank“ beschlossen. „What the fuck“, zischte der Fürst und sprach sich mit seinen anderen Kollegen ab. „Neumodisches Zeug. Die sollen uns mal, quasi kreuzerlweise. Wir haben die Macht und das Geld. Und wir tun und lassen, was wir wollen.“ So sprachen die neun Landesfürsten gemeinsam und machten munter weiter wie bisher.

Sie organisierten sich für ihre Fürstentümer jährlich die Erhöhung der höchsten Parteienförderung Europas und kontrollierten weiter die Listenerstellung der alteingesessenen zwei Machtkartell-Parteien für das Hohe Haus in der großen Stadt.

„Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel!“ schrie da einer. Doch auch das beeindruckte sie anfangs nicht. Denn auch mit dem Tageslicht waren sie gut befreundet. Dieses schalteten sie gekonnt ein und aus, wann sie es wollten. Wenn der Fürst „den gütigen, volksverbundenen Onkel“ gab, dann verwandelten alle Scheinwerfer des Fürstentums die Nacht zum Tag. Er hatte gleichsam Befehl über die Sonne. Ein Sonnenkönig.

Und das Volk jubelte. Viel, laut und lange. Zu seinem Geburtstag strömte das Volk herbei in großer Zahl. Sie huldigten ihm, sie besangen ihn, sie segneten ihn. „Lang lebe der König! Lang lebe der König!“ Dem Fürsten gefiel es. Sie aßen gemeinsam Schweinshaxen, Brathendeln und panierte Wiener Schnitzel. Dem Volk schmeckte es. Der Fürst regierte weiter.

An dieser Stelle müsste das klassische Märchen enden: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fressen, jubeln und regieren sie noch heute.

Alternatives Ende: Doch sie vergaßen, dass nicht nur so mancher von hoch zu Ross auf den Boden, sondern sogar schon mal die Sonne vom Himmel gefallen war.

Oder so – noch banaler: Doch sie vergaßen, dass alle weltliche Macht – und auch ihr Missbrauch – irgendwann das Zeitliche segnen. Immer wieder. Und das ist gut so.

Das größte Abenteuer unseres Lebens. Steig ein!

03.10.2016 | Christoph Gruber |

Back to square 1, wo alles begann. :)

Nach drei Jahren “Stationierung” im Parlament beziehe ich mit heute wieder ein Büro in der NEOSphäre, auf der Brücke unseres Mutterschiffes (s. Foto). Die Partei rückt in unserem “Bürgerbewegungsflottenverband” wieder in den Vordergrund. Sie hat unsere laufende Bürger_innenrevolution vor drei Jahren ins Parlament gehebelt. Bei nächster Gelegenheit soll sie uns in doppelter Stärke dort verankern.

Einiges konnten wir für die Menschen und das Land schon in die richtige Richtung lenken. Zwei Erfolgsbeispiele:

Im Bildungsbereich beginnen sie, unsere Sprache zu sprechen. Vor drei Jahren war “Schulautonomie” für den durchschnittlichen SPÖVP-Funktionär eher die Besetzung einer Schule durch Autonome, denn ein Lösungskonzept für moderne Schulen. Doch Schritt für Schritt bringen wir sie in unsere Richtung – vgl. etwa diesen Kurier-Artikel.

Für den durchschnittlichen Sesselkleber des österreichischen Stillstand-Kartells war “Start-up” bis vor kurzem ein Fremdwort der Marke “kenn ma net, brauch ma net”. Doch tägliches Massieren hilft. Plötzlich greift die Regierung unsere Start up-Position auf und setzt Teile davon um.

A bissi was geht. Doch noch viel mehr steht. Ohne engagierte Bürgerinnen und Bürger wird sich nichts Grundsätzliches ändern. SPÖVP geht es weiterhin vor allem um den eigenen Vorteil und den Machterhalt. Die Grünen würden – so hat E. Glawischnig im Sommergespräch klargestellt – gerne als Mehrheitsbeschaffer dieses elende Stillstandskartell verlängern. #noway Und die FPÖ zeigt zwar wichtige Themen auf, doch ist sie leider eine Nullnummer in Sachen Lösungen. Sie will nationale Abschottung und kokettiert mit dem EU-Austritt. Das ist so gar nicht unser Bild.

Wir haben einen Traum. Von einem starken, selbstbewussten, weltoffenen Österreich im Herzen Europas. Eine Vision. Von einem Land im Wohlstand, von einer Zukunft in Sicherheit, vom guten Leben in Freiheit und mit aufrechtem Gang. Wir haben Lösungen im Kampf gegen die höchste Arbeitslosigkeit seit 70 Jahren. Wir wissen, wie der wuchernde Filz zurückgedrängt wird. Wir werden die hemmungslose Steuergeldverschwendung abstellen. Weit über eine Million ehrenamtliche Stunden haben Bürgerinnen und Bürger in unsere Pläne für ein Neues Österreich investiert. So wie am ersten Tag sind wir davon überzeugt: Österreich geht anders! Besser.

Es braucht Erneuerung, umfassende Reform in vielen Bereichen. Deswegen unser Ziel und unser Anspruch: eine Million pinke Erneuerer in Österreich bis 2030. Wir werden Schritt für Schritt zu einer prägenden politischen Kraft dieses Landes. Unser Aufgabe für die kommenden Wahlen lautet daher: verdoppeln.

Du hast Lust, mit anzupacken!? Das ist gut. Hier einchecken! Es ist das größte Abenteuer unseres Lebens. Eine permanente Kalt-Warm-Dusche im Fluss des Lebens. Die friedliche Armee der Davids und Esthers gegen Goliath. Und alles wird gut.

ps: Der spannendste Ritt jenseits des Dschungelcamps. Und auch die Vermutung bleibt aufrecht: We are on a mission from God.

Foto © Nicole Heiling Photography




Ältere Beiträge