„Alles wird gut. Immer wieder.“
„PolitikerInnen sind Ingenieure: Sie bauen Landebahnen für die Zukunft.“
„Was ich will: PolitikerInnen als Hebammen des Neuen.“
„PolitikerInnen sind Gärtner des Lebens. Sie kultivieren soziale Felder.“

Hirn oder Lücke? Wir müssen den doppelten Bildungsnotstand überwinden

24.04.2015 | Matthias Strolz | Tags: , , , , , , , , , , , ,

Flügel heben!

Bildung ist und bleibt unser großes Herzensanliegen. Warum? Bildung dient der Entfaltung und Selbstermächtigung des Menschen. Sie stärkt das Potenzial in jeder und jedem von uns, das eigene Leben zu gestalten und das Leben anderer Menschen zu bereichern.

Ich habe mit dieser Woche eine Bildungsoffensive gestartet. Zum Auftakt und aus aktuellem Anlass haben wir Bundesministerin Heinisch-Hosek zu einer fast vierstündigen Dringlichen Anfrage in den Nationalrat geladen. Wir erwarten klare Antworten auf den doppelten Bildungsungsnotstand, der derzeit auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen wird:

Bildungsnotstand 1: Keine Strategie
Die Bundesregierung hat keine klaren Strategien, wohin sie das Bildungssystem weiterentwickeln will – von der Elementarpädagogik bei den Kleinsten, über die Neue Mittelschule bis zur Modularen Oberstufe. In Summe ergeben die strukturellen Versäumnisse und das Fehlen klarer Entwicklungsstrategien für die Zukunft eine gefährliche Melange für die Schülerinnen und Schüler in diesem Land. Die Ergebnisse sind bekanntlich beklemmend: Ein Fünftel der heute 15-Jährigen kann nicht ausreichend sinnerfassend lesen.

Bildungsnotstand 2: Kein Geld
Bildung ist so wichtig! – das sagen SPÖ und ÖVP doch immer in den Sonntagsreden. Aber im Budget ist das nicht zu erkennen. Die Ausgaben für die Schule sind als Anteil am Bruttoinlandsprodukt in den letzten 20 Jahren sogar erheblich gesunken (im Zeitraum 1995 bis 2011 von 4,2% auf 3,6%), während sie im internationalen Durchschnitt klar gestiegen sind. Und nun klafft ein immer größeres Budgetloch im Bildungsbereich. Die Ministerin hat im Parlament bestätigt, dass ihr allein für heuer 343 Millionen Euro fehlen. Bereits nächstes Jahr wächst das Loch auf rund 600 Millionen (Gehaltskosten steigen, gestundete 90 Millionen sind zusätzlich an die Bundesimmobiliengesellschaft zurückzuzahlen etc.). Wir schreiben bald Jahresmitte, das Parlament ist für das Budget verantwortlich, die Ministerin bestätigt ein riesiges Loch und die Regierungsparteien zucken mit den Achseln. Soviel Wurschtigkeit druck i net durch. Wir akzeptieren das nicht. Zusammen mit dem Finanzminister muss die Bildungsministerin endlich für finanzielle Klarheit sorgen!

Hier ist meine 20-minütige Rede, in der ich unsere Fragen, Vorschläge und Forderungen auf den Punkt bringe: Dringliche – Youtube. Und dazu noch meine Replik auf die Ministerin und die anderen Parteien.

Als pdf-Download hier der Schriftsatz zur Dringlichen Anfrage mit den 50 Fragen an die Ministerin. Und natürlich freuen wir uns über mediales Interesse – die Presse beispielsweise fragte: Hirn oder Lücke? Wir entscheiden uns in so einem Fall fürs Hirn!

Wir bleiben dran und drauf! In der Bildung braucht‘s Verlässlichkeit und Bewegung!

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